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New Avalon „… alle unter dem Himmel!“
Verfasst: Do 2. Aug 2012, 09:27
von Conner
Er hatte mir 5 Jahre versprochen! Nicht 2 Jahre und 10 ein halb Monate. Es gab so unendlich viel zu tun! Die Instandhaltung und Erweiterung der Wasserinfrastruktur auf dem Kontinent Rostock, den Ausbau der Produktionsanlagen auf Brunswick, so wie der Einführung neuer Sicherheitsrelevanter Einbauten zur Steigerung der Produktion und Umweltverträglichkeit. Als dies waren Aufgaben die mir Freue bereiteten. Etwas mit eigenen Händen in Bewegung zu setzen, zu bauen und zu gestallten.
Ich zog das Schweißtuch vom meinem Werkzeuggürtel und wischte mir damit die Stirn ab. Die ansonsten bereits unangenehme Hitze schien noch drückender zu werden und es wirkte als würde aller Sauerstoff in der Luft fehlen. Ich spürte Panik in mir aufkeimen und versuchte mit langsamen, tiefen Atemzügen zur Ruhe zu kommen. Aber der Schmerz in der Brust ließ nicht locker. Dann verschwamm die fruchtbaren Felder vor meinen Augen und der aufkommende Schwindel zwang mich auf die Knie.
Es war gut 12 Jahre her, dass mein Onkel, Georg Varnay mich nach dem Tot meiner Eltern zu sich genommen hatte. Er war der Bruder meiner Mutter, weshalb wir nicht dem selben Nachnamen teilten. Lord Georg wie ihn sehr viele nannten war ein angesehener und geschätzter Mann gewesen. Er hatte zeit seines Lebens die Verwaltungsbelange von New Avalon geregelt und in der letzten zwei Dekaden gemeinsam mit meinen Eltern ein dichtes Netz aus Kooperation mit den angrenzenden Welten Argyle, Ipava, Numeror und Belladonna gesponnen. Es waren Handelsrouten zum beiderseitigen Vorteil entwickelt und gepflegt worden. So das die genannten Welten mit New Avalon mehr und mehr zu einem starken Bündnis wurden. Aber neben den kapitalistischen Ambitionen war der Hauptantrieb für meinen Onkel immer „… alle unter dem Himmel!“ gewesen. Denn er hatte Credit um Credit den er erwirtschaftet hatte in Projekte der Bildung und Entwicklung auf allen Welten gesteckt. Zahllose Schulen, Krankenhäuser und notwendige wirtschaftliche Anlagen trugen seinen Stempel, seine Handschrift. Kläranlagen, Wiederaufbereitungsanlagen, Wasserprojekte, Solartechnologie … kein Wunder also das mich seine Leidenschaft für den Bau ebenso entflammt hat.
In kürzest möglicher Zeit absolvierte ich die Studien für Maschinenbau und Bautechnik und begann ich Leitender wie Ausführender Position an den Projekten mit zu Arbeiten welche mein Onkel finanzierte. Er schickte mich auf die anderen Welten um in seinem Namen zu handeln und ich war begeistert vom Reisen … doch dies war eine Leidenschaft die mein Onkel nicht teilte mit mir – lange begriff ich es nicht, bis er mir eines Abends eröffnete, an seinem fünfundfünfzigsten Geburtstag, das er an einer irreperablen Nervenleiden erkrankt war. Die moderne Medizin konnte den Verlauf zwar Bremsen aber nicht aufhalten – er fürchtet das er in fünf Jahren nicht mehr im Stand sei die Regierungsgeschäfte zu bewältigen und als einziger Erbe würde es mir zu fallen die Geschäfte danach zu übernehmen.
Doch jetzt war alles anders … die Nachricht welche ich in Händen hielt, kniend auf dem von der Sonne ausgetrockneten Grund kündete vom plötzlichen Ableben meines Onkels …
Verfasst: Do 2. Aug 2012, 09:27
von Anzeige
2500 New Avalon „… alle unter dem Himmel!“
Verfasst: Di 2. Okt 2012, 21:22
von Conner
Nov. 2499
New Avalon
Varnay Villa
Gut ein Jahr war vergangen seit dem Tot meines Onkels. Wo zu Anfang sein Erbe, die Regierungsgeschäfte New Avalons und seiner verbündeten Welten mich zu erdrücken schienen, waren sie nun zum täglichen Brot geworden … eigentlich mehr zu gutem Gebäck, wenn man es genau betrachtete.
Der schwerste Schritt war es, zu delegieren. Anfangs hatte ich gedacht jedes auch noch so kleine Detail selbst bestimmen zu müssen. Mit der unmöglichen Menge an Entscheidungen jedoch lernte ich schnell, dass dies unmöglich war. Über die Monate hinweg war mein Beraterkreis gewachsen. Während ein beträchtlicher Teil davon bereits mit meinem Onkel gemeinsam gearbeitet hatte, waren auch einige neue, junge Experten dazu gestoßen. Sie brachten neuen Wind und neue Ideen.
Während eine Förderung des Bildungsfonds fast „leicht“ zu bewerkstelligen gewesen war, da die Wirtschaft gute Arbeitskräfte benötigte und sich liebend gerne daran beteiligte, saßen mein größten Probleme mir im Moment Auge in Auge gegenüber.
Admiral Dragov Mirmiar, ein drahtiger Mann undefinierbaren Alters und General Paul LaFebre, welcher das exakte Gegenteil war. Ihm sah man sein fortgeschrittenes Alter deutlich an und sein Bauch brachte die Knöpfe seiner Uniform an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Nichts desto trotz standen beide bereits seit mehr als 20 Jahren an der Spitze der ihnen unterstellten Abteilungen.
Mirmiar war in seiner Jugend ein unorthodoxer Flieger gewesen. Sein Können als Pilot hatte ihn weit gebracht, bis ein tragischer Unfall ihn beinahe das Leben gekostet hatte. Doch wie der Phönix aus der Asche rappelte sich Mirmiar wieder auf. Doch der Unfall hatte ihn fast ins exakte Gegenteil verwandelt. Wo Grenzen und Regeln zuvor darauf gewartet hatten gebrochen zu werden, wurden sie nun Punkt genau befolgt - freilich nicht unhinterfragt. So war es gekommen, dass mein Onkel ihn erst als Verbindungsoffizier und später als Oberkommandeur der Raumverteidigungsstreitkräfte bestellt hatte.
LaFebre, so sagte man, war nie Jung gewesen, noch gab es jemanden, der sich erinnern konnte, dass der General jemals anders ausgesehen hatte. Wieder der landläufigen Meinung, er passe nicht mehr in einen Panzer verpasste der General keine Übung. Während viele der höheren Offiziere sich im mobilen HQ drängten, fand man den Lafebre dort nie an. Er war immer am Puls der Schlacht zu finden und meist am Steuer oder an der Kanone eines schweren Panzers. Mit der zunehmenden Verbreitung der den Panzern überlegenden Mechs waren kürzlich Stimmen laut geworden, der General solle sein Amt an den Befehlshaber der neu ausgehobenen 1st Davion Guard übergeben, aber noch hatte der alte Fuchs es immer vermocht, seine Gegner vom Schlachtfeld zu fegen.
„So etwas hat es noch nicht gegeben!“ stellte Paul entrüstet fest. Sein Doppelkinn schien wie ein Echo die Bewegungen seines Mundes nachzumachen, lediglich geräuschlos. „Sie sind kein Militär! Was sie verlangen gab es noch nicht!“ sein kurzer Seitenblick zu Admiral Mirmiar war ein stiller Hilfe Ruf, und damit hatte ich erreicht was ich wollte!
Paul und Dragov waren für gewöhnlich die größten Widersacher und Konkurrenten. Ihre Gelder kamen aus dem gleichen Topf und nun sollten sie zusammenarbeiten!
Ich räusperte mich, betätigte ein paar mittels Laser auf meinen Tisch projizierte Tasten und beobachte wie der Hologramm-Projektor die umliegenden Systeme in der Luft aufbaute und schlussendlich auf New Avalon zentrierte.
„Diese Welten …“ dabei berührte ich mehrere angrenzende Systeme „… haben unseren Beobachtern zu Folge eine extremes Defizit in Sachen soziale Entwicklung! Ein Schulsystem ist nicht existent, die Arbeitslosenzahlen sind astronomisch und die sanitären und gesundheitlichen Einrichtungen … steinzeitlich!“ Ich musste einen Moment inne halten und den aufgestauten Ärger über so viel Anarchie runter schlucken!
„Ich sehe es als unsere Aufgabe diesen Leuten neue Hoffnung zu geben! Sie sollen fließendes Wasser, genießbares und gesundes Essen haben, so wie eine medizinische Grundversorgung! Machen Sie ihre Schiffe bereit Herr Admiral! Ihnen General, fällt die Aufgabe zu diese Nachricht in die Innere Sphäre hinaus zu tragen! Wir müssen mit gutem Beispiel voran gehen und vielleicht werden andere Welten unserem Bündnis bald beitreten … Alle unter einem Himmel …“
Dez. 2499
New Avalon
Raumhafen
Das letzte Landungsschiff stieg auf einem feurigen Schweif in den Himmel … so beginnt es also … "God speed you on your way"
2501 New Avalon „… alle unter dem Himmel!“
Verfasst: Mi 10. Okt 2012, 10:19
von Conner
Mai. 2501
Delavan
Atmosphärischer Bremsflug
So sehr Kapitän Bolten es liebt, wenn seine geliebte Seagard sich nahezu mühelose durch das unendliche Nichts schob, so sehr hasste er es, in die gnadenlose Gravitation eines Planeten einzutreten. Während im All die Gravitationsfeldern von Himmelskörpern nur minimal auf den Massigen Rumpf des Overlord Transporters wirkten schien mit jedem Meter, den der Grund näher kam, der Planet sein Schiff mehr in Bruchstücke reißen zu wollen.
Die Reise vom Sprungpunkt zu zweiten Planeten des Systems hatte nicht ganz 5 Tage in Anspruch genommen. Admiral Dragov Mirmiar, welcher mit seinem Sprungschiff Tywin Lannister am Sprungpunkt verblieben war, hatte die Order gegeben innerhalb des ersten Tages auf 115% der Üblichen Geschwindigkeit zu beschleunigen. Kapitän Bolten hatte dies erst für unnötige Eile gehalten, was so gar nicht nach dem ansonsten so peniblen Admiral geklungen hatte. Erst als der Bodenkommandant in seinem Missionsbericht, kurz nach dem Abdocken vom Sprungschiff erwähnt hatte das mit erhöhter Schwerkraft zu rechnen war, wurde ihm der Sinn des Manövers klar. Denn üblicherweise wurde die Beschleunigung, so wie das bremsen in etwa bei einem Standart G gehalten um den Passagieren das trügerische Gefühl von Schwerkraft an Board des Schiffes zu geben.
Mehrere knackende Geräusche fuhren die Schiffhülle entlang und jagten jedem der nicht wusste das dies „normal“ war eine Todesangst ein. Die Keramische Panzerung des Schiffes hatte sich von absolut Null in wenigen Sekunden der Reibung in der Atmosphäre auf mehrere 1000 Grad Celsius erhitzt. Auf den Anzeigen wurde nun die Eintrittskurve so wie die verbleibende Entfernung bis zum Grund in großen roten Schriftzeichen angezeigt.
„Höhe 6k … konstant sinkend … wir werden gleich auf die Gewitterfront im Zielgebiet stoßen!“ rief der erste Offizier in den Raum. Bolten betrachtet die Wetteraufzeichnungen auf einen kleinen Schirm und schüttelte den Kopf. Sturmböen und stark Regen, Schneefall – auch das gab es nicht im Weltall!
25 Minuten später
„Joe“ brüllte der Kapitän über das Geräusch der sich öffnend Tore „… ich will das ihr euch das Triebwerk 5 anseht! Die Leistungsdaten stimmen nicht und es „hört“ sich komisch an!“ Ohne auf eine Erwiderung des Techs zu warten, zog er die Luke des Mannschaftstransporters zu und suchte eiligst nach einem Haltegriff. Im Inneren glomm ein einzelnes Licht und 4 weitere Personen versuchen ebenfalls nicht ihr Gleichgewicht zu verlieren. Der Fahrer jedoch gab darauf keine Acht. Er jagte mit gefühlter Überschallgeschwindigkeit die Rampe hinunter und über den von den Triebwerken verbrannten Boden davon.
„Ich hasse das!“ brummte Bolten in seinen Bart zu leise, dass die anderen ihn hören konnten. Drei der Fahrgäste waren keine Militärs. Während es für den Kapitän wie einer dieser schlechten Witze klang „Ein Diplomat, ein Wirtschaftsberater und ein Sozialberater gehen in eine Bar …“ war es Wirklichkeit. Der 4 war Major Redfeld, seines Zeichens stellvertretender Befehlshaber auf dieser Mission.
Das ausgegebene Protokoll für die Suche nach neuen verbündeten Welten war eine friedliche Erstkontaktaufnahme. Während das Regiment einen Brückenkopf um seine geliebte Seagard errichtet schlitterte des achträdrige, gepanzerte Truppentransportfahrzeug mit einer kleine Eskorte auf die größte Siedlung des Planeten zu. Der Permafrostboden diente den Fahrzeugen dabei als passabler Untergrund wenn auch mitunter recht holprig. Die Fahrt dauerte keine 20 Minuten. Gegen Ende als die kleine Kolonne endlich befestiget Straßen erreichte kamen die Gebäude einer Kleinstadt in Sicht. Die Gebäude waren kaum höher als zwei Stockwerke und die Fassaden wurden nur sporadisch von Fenstern durchbrochen. Die dicken Leibungen der Fenster ließen vermuten, dass die Leute gut auf die winterlichen Bedingungen eingestellt waren, jedoch nicht über die Mittel moderner Bautechnik verfügten um große thermisch abgeschirmte Panoramafenster zu bauen.
Die Fahrt endete auf dem Hauptplatz, wo eine kleine Traube von Menschen beim unserem Eintreffen aus dem Regierungsgebäude hervortrat. Alle waren in dicke Mäntel eingehüllt. Als die Rampe des Truppentransporters sich öffnete wusste Kapitän Bolten sofort warum.
Rasch traten die Vertreter New Avalons ins Frei und nach einer kurzen Begrüßung und wenigen Worten betrat man gemeinsam das Regierungsgebäude … der Anfang war gemacht! Mögen noch viele Welten dem Beispiel Delavan folgen „… alle unter dem Himmel!“
2501a New Avalon „… alle unter dem Himmel!“
Verfasst: Do 11. Okt 2012, 21:10
von Conner
Juni. 2501
Augusta
Soaked Vally - Octavius
General Paul LaFebre wurde erneut heftig durchgeschüttelt als sein schwerer Panzer mit 45 Stundenkilometer eine Senke durchfuhr. Für wenige Sekunden verschwand die Zielmarkierung von den Ortungsanzeigen als ein PPK in weniger als ein Meter Entfernung den Panzer verfehlte. Die Ketten quickten als die Rechte plötzlich zum Stillstand kam und sich der Panzer um seine eigene Achse zu drehen begann. Als der Gegner, ein heruntergekommen wirkender mittelschwerer Radpanzer mit fleckiger Panzerung, in den vorderen Bereich rückte justierte der Boardschütze das Fadenkreuz und löse die AK10 aus …
# acht Stunden zuvor #
Der Raumflug war elend lang gewesen. 18 Tage in ein einem Fliegenden Sarg durch das Sonnensystem zu fliegen war einfach zu lange. Paul hatte bald gemerkt wie ihm der Flug auf die Stimmung schlug. Er erwischte sich wie er Untergebene wegen Kleinigkeiten runter putzte und was noch schlimmer war das essen schmeckte schrecklich! Die Landung aber war noch hässlicher gewesen. Der Kapitän hatte zwar gemeint wegen der geringeren Schwerkraft würde sie wie eine Feder zu Boden schweben … aber wenn das eine Feder war wollte Paul nicht wissen wie sich eine Landung anfühlte in der der Kapitän sagte sie würden fallen wie ein Stein!
# jetzt #
Die AK badete den gegnerischen Panzer in Feuer und beinahe eine halbe Tonne Panzerung löste sich vom Gegner. Sie spritze oder ran vom Fahrzeug und erkaltet am Boden. Während die Zweite Kette wieder Fahrt aufnahm und sich der Panzer in Bewegung setzt behielt der Borschütze das Ziel mit dem Turm im Visier. Das Antwortfeuer verfehlte bis, bis auf einen mittelschweren Laser welcher sich in die Seitliche Panzerung grub. Die Platten, deren Aufgabe es war die Ketten zu schützen hielten stand, wenn auch geschwächt. Der Krater eines ausgebrannten Panzers mit dem Sonnenwappen bot für einen Moment Sichtschutz „8 Runden“ höre er den emotionslosen Kommentars Roberst, des Bordschützen.
# sechs Stunden zuvor #
General Lafebre hatte darauf bestanden die Diplomatische Abordnung als Eskorte begleiten zu dürfen. Er hasste es im Planungszentrum so stehen und zu waren. Er fühlte viel lieber die Realität. Das erstkontakt Protokoll welches für die Mission galt hatte ihm von Anfang an missfallen, und bald sollte er bestätigt werden. Major Pain, sein Stellvertreter kümmerte sich während seiner Abwesenheit um den Aufbau eines Verteidigungperimeters um das Landungsschiff. Paul und 3 weitere mittelschwere Panzer, so wie der Truppentransporter hatten sich der Stadt genähert und als sie die ersten Häuserreihen erreichten glaubten sie eine Geisterstadt zu durchfahren. Viele der Fassaden wiesen Löcher von Einschüssen kleinkalibriger Waffen auf und waren verlassen. Erst mehrere Blocks später waren Anzeichen von Besiedelung zu bemerken.
# jetzt #
Der schwere Panzer ließ ein wiederwilliges knacken hören als Paul den einen Fahrhebel plötzlich nach vorne stieß und er und die Crew kräftig in die Gurten geworfen wurden. Wie eine Tangotänzerin rotierte das Fahrzeug um seinen Schwerpunkt. Das Manöver war nicht ungefährlich, da ein so schneller Richtungswechsel auch die Ketten sprengen konnte. Aber der Überraschungseffekt wog das Risiko auf. Wenige Sekunden danach verließ der Panzer den Explosionskrater genau am selben Punkt wo er ihn betreten hatte. Der feindliche Panzer hatte sich der anderen Seite zu gedreht und offenbarte nun die Schwächere Rückenpanzerung. Robert grunzte und feuerte alles was zur Verfügung stand.
# vier Stunden zuvor #
Der gewählte Gouverneur und seine Berater hatten die Diplomaten warm und herzlich begrüßt. Lafebre hatte seinen Panzer nicht verlassen. Der Platz war offen gewesen und viele der Gebäude wirkten ausgebrannt. Noch während die Offiziellen sich die Hände schüttelten war Paul eine Bewegung in den Augenwinkeln aufgefallen. Er hatte die Anzeigen im Panzer zu benutzt um zu Zoomen … noch bevor der Bilderzeuger das Bild fertig gerechnet hatte, war dem General bewusst was er sah … einen mobilen KSR Werfer … er zog die beide Fahrhebel an sich heran und die plötzlichen Traktion ließ den Panzer für einige lange Herzschläge auf der Stelle verweilen. Dann setzte sich das 75 Tonnen schwere Gefährt auf dem Pflaster in Bewegung. Ein gepresstes „ausschwärmen … Code Jessi“ war alles das er hervor brachte bevor er mitansehen musste wie einer seiner Panzer in Flammen aufging und loderte wie ein Fakel.
# jetzt #
Schwarzer Rauch belohnte Robert für seine Salve. Das rucken des Feindes rang Paul ein Lächeln ab „Einer weniger … nur noch 24 weitere!“ dann wendete er, diesmal fast sanft und steuerte wieder auf die Kampfhandlungen zu. Die Angreifer hatten sich als Truppen eines feindlichen Warlord entpuppt. Diese Militante Splittergruppe einer Regierungspartei war darauf bedacht die „Integrität“ der Bevölkerung zu wahren, dass ihre Methoden in den vergangen Jahren zu einer rasanten Rückentwicklung geführt hatten war ihnen dabei wohl verborgen geblieben. Doch das würde sich ändern. Eine Mehrheit der Bevölkerung stand hinter dem Gouverneur und mit der Beseitigung der Rebellen würde sie die Aufbauhilfe gerne entgegen nehmen, welche ihnen New Avalon in Aussicht stellte denn wie hatte es der Regent gesagt „… alle unter dem Himmel!“
2502 New Avalon „… alle unter dem Himmel!“
Verfasst: Mi 17. Okt 2012, 09:56
von Conner
Oktober. 2502
New Avalon
Davion Landsitz
Die Ereignisse hatten sich in den letzten 18 Monaten regelrecht überschlagen. Nachdem die Flotten ihre Stützpunkte verlassen hatten um in die umliegenden Welten aufzubrechen war es für lange Monate still geworden. Monate des Winters und der Ungewissheit. Es war wie die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm gewesen. Erst im Januar 2501 waren die ersten Neuigkeiten eingetroffen. Reisende hatten von fernen Welten erzählt und das viele Familien nun an Stärke gewannen in der Inneren Sphäre. Während die Regenten von Metter, Robinson und New Syrtis, welche keine Unbekannten waren, ihren Einflussbereich erweiterten und wuchsen, gab es andere selbst ernannte Lords in weiter entfernten Gebieten die besorgniserregende Ansichten und Einstellungen vertraten.
Wie flüssiges Gold glomm der Single Malt Whisky im letzten Licht des Sonnenuntergangs. Die Parkanlagen vor dem Fenster waren bereits in alle Farben des Herbstes getaucht und Laub stob durch die Luft als ein aufkommender Wind es erfasste und überall neu verteilte. Ein letzter Schluck dann war das Glas leer und die Sonne hinter dem Horizont versunken. Mehrere Datenträger lagen noch zur Sichtung auf dem Antiken Schreibtisch. Aber das musst bis später warten, der Abend war noch jung und der Tag noch nicht vorüber.
Das knarren des alten Eichenbodens vor der hohen geschlossenen Türe, so wie der sich verdunkelnde Schlitz darunter verriet, dass der Besuch eingetroffen war. „Lord Brandon Snow …“ Kündigte seine Assistentin den Gast förmlich an, nickte kurz deutete ein Lächeln an und verschwand, wobei sie die Tür leise hinter sich zuzog.
„My Lord …“ Begrüßte Darios Davion den jungen Staatsmann. Dieser war sichtlich sehr auf sein Äußeres bedacht. Er trug einen edlen Anzug, seine Haare waren frisch geschnitten und getrimmt und sein Aftershave viel zu stark. Es schien den Raum wie eine Welle zu fluten der man nicht entkommen konnte.
„Guten Abend …“ Er hielt kurz inne und schien zu überlegen, dann entschlossen den aus seiner Meinung heraus passenden Titel auszusprechen „Regent. Ich bedanke mich für ihre Einladung.“ Seine Sprachmelodie war ungewohnt. Er betonte Buchstaben die einer solchen Betonung normal nicht bedurften und wieder andere schien er zu meiden oder fast zu verschlucken.
„… ich danke ihnen für Ihr Kommen! Die Gelegenheit einen solch hochrangigen Koalitonsvertreter auf New Avalon zu haben erfreut mich und ich hoffe das Vergnügen ihrer Gesellschaft in der kommenden Zeit öfter zu genießen.“ Dabei kam Darios hinter dem Schreibtisch hervor und streckte die Hand aus.
Für eine gefühlte Ewigkeit passierte nichts. Dann ergriff Lord Snow die Hand und schüttelte sie mit den Worten: „Ob es ein Vergnügen ist entscheiden Sie besser erst danach!“ Seine Finger waren kalt aber kräftig und seine Augen ehrlich.
„In ihrer Einladung haben sie einige interessante Vorschläge bezüglich einer Zusammenarbeit erwähnt. Die Mehrheit unserer Volksvertreter sieht darin Potential! Neben den üblichen Handels Beziehungen bieten sie an Fachkräfte zur Weiterbildung unserer Arbeiter zu entsenden und Lehrer für unsere Schulen. Wie ich auf meiner Reise hier her gesehen habe, geht der Aufbau der Handelsrouten bereits gut voran! …“
# 4 Stunden später #
Snow war wenige Minuten zuvor gegangen. Es hatte erst nach einem sehr nüchternen Gespräch ausgesehen, schlussendlich jedoch war das Eis gebrochen und der Grundstein für eine stärkere diplomatische Zusammenarbeit Gelegt.
Es war zwar schon nach Mitternacht, aber die neu eingetroffenen Datenträger funkelten im dämmrigen Licht der gedämpften Beleuchtung. „Dann wollen wir mal …“ Brummte Darios und legte den erst besten in das dafür in den Tisch eingelassene Lesegerät. Endlich Nachricht von Augusta! Gute Nachricht wenn man die Umstände in Betracht zog. Ein erschöpfter General LaFebre berichtete von den Geschehnissen und den Umständen die zu der Auseinandersetzung geführt hatten. Wenn sich das nur besser hätte lösen lassen …
2503 New Avalon „… alle unter dem Himmel!“
Verfasst: Mo 22. Okt 2012, 16:09
von Conner
Jan. 2503
System Unbekannt
Primärer Sprungpunkt
Zum wiederholten Mal verließ die kleine Fähre den Dockkragen am Landungsschiff der Overlord Klasse. Zündete einmal ihre Haupttriebwerke, driftet die wenigen Kilometer widerstandslos durch den Raum und Zündete die Bremsdüsen, um schließlich langsam an einem anderen Landungsschiff anzudocken.
„Wie Weihnachten“ sagte eine Frau die gerade eben den Raum mit dem großen Fenster ins All betreten hatte. Sie war schlank, für Jamals Geschmack zu schlank und ihr militärischer Haarschnitt trug nicht gerade dazu bei ihr kantiges Gesicht und die Greifvogel Nase zu beschönigen. „Ich sehe schon es ist schön Geschäfte mit ihnen zu machen!“ dabei grinste sie hämisch und dreht sich zur Seite. Jamal betrachtet sie noch einmal abschätzig, konnte aber nichts Weibliches an ihr finden. Er stand auf wandte sich ihr zu.
„Ich hoffe sie wissen die Geschenke auch in ihrem Sinn zu würdigen Colonel! Wie weit sind die Startvorbereitungen gediehen?“
„Mit diesem sind es noch sechs Flüge. Inklusive Ladungssicherung, meinte der Kapitän wird es noch ungefähr 3 Stunden dauern!“ Ihre grünen Augen ruhten nun auf den seinen. Er hielt dem Blick stand und bemerkte amüsiert dass, sich in das Grün einige goldene Sprenkel verirrt hatten. Das sind wohl die Funken vor denen man mich gewarnt hatte, dachte Jamal nickend bei sich.
„Gut! Sehen sie zu das wir unseren Zielort ehest möglich erreichen!“ Mit diesen Worten drehte er auf den Absetzen und verließ den Raum. „Söldner, was hatte New Avalon sich dabei nur gedacht!“
Feb. 2503
Kirklin
Regierungsviertel
Bolten hatte endlich in Händen was er wollte! Ein kleiner Ausdruck auf Folie, etwas mehr als Handflächen groß, aber für den Kapitän Gold wert. Eilig trabte er die lange Treppe hinunter und beim Haupteingang des Kapitols hinaus. Eine trockene Hitze empfing ihn, wie überall war sie unerträglich ohne Klimageräte. Die Einheimischen waren aufgeschlossen gewesen als die Delegation am lokalen Raumhafen gelandet war. Die Beitrittsverhandlungen hatten nur wenige Tage in Anspruch genommen, und jetzt war endlich der Marschbefehl eingetroffen. Bolton war so glücklich, dass er diesen Planeten wieder verlassen konnte und zurück in die Reinheit des Alls durfte, dass er um ein Haar jemanden am Ende der Treppe über den Haufen gerannt hätte.
„Kapitän!“ ermahnte ihn eine allzu bekannte Stimme. Ohne darüber nachzudenken schlug Bolten die Hacken zusammen und grüßte mit einem Salut.
„Admiral Mirmiar, welch eine Überraschung sie hier zu treffen.“ Bereits jetzt stand ihm der Schweiß auf der Stirn, die angespannte Haltung trug nicht zur Besserung bei.
„Stehen sie bequem! Ich ebenso erfreut, aber nicht verwundet sie hier zu treffen. Ich habe von ihrem letzten Landemanöver gehört. Sie haben die Seagard trotz mehrfachen Blitzschlages relativ sauber gelandet. Beachtlich … lassen sie uns doch schnell auf einen Tee gehen. Ich habe die geänderte Marschroute und würde sie gerne mit ihnen durch gehen!“
Nicht jetzt … brüllte eine Stimme im Kopf des Kapitäns während an der Außenseite bereits einige Schweißperlen ihren Weg nach unten suchen. „Wir haben 8 Tage Flug im All vor uns Sir, wäre es nicht angebrachter diese Zeit zu nutzen? Sir?“
Der Admiral schmunzelte und schüttelte den Kopf. „Die Überholung der Elektronik wird, wie ich eben erst erfahren habe noch ein paar Tage in Anspruch nehmen, wir haben also noch genug Zeit … zudem gibt es hier gleich um die Ecke …“
Die Worte des Admirals verschwammen … ein paar Tage … das ist ja nicht auszuhalten!
März. 2503
New Avalon
Standort ungenau
Brandon Snow, der Vertreter der sogenannten Koalition duckte sich unter einem Eisenrohr hindurch und schlich entlang der Wand weiter. Seine Nerven waren gespannt wie Drahtseile und seine Ohren versuchten jedes Geräusch heraus zu filtern das nicht von ihm selbst stammt, was beim pochen seines Herzens gar nicht so einfach war. Mit einer eleganten Rolle überbrückte er eine Abzweigung des Ganges in dem er sich befand und landete in einer kauernden Haltung. Er verharrte einige Momente und versucht sich den Grundriss der Anlage in der er sich befand wieder in den Kopf zu rufen. Er war grundsätzlich gut geschult und in guter Kondition aber das andauernde ausweichen vor den Wachen hatte ihn doch schon deutlich an Kraft gekostet.
Als das Rauschen in den Ohren wider nach ließ riskierte er einen Blick um die Ecke. Zwei kräftig aussehende Männer standen in grünen Uniformen ca. 15 Meter entfernt. Sie guckten ihrerseits aus dem Gang und schienen auf jemanden zu warten. So leise wie möglich nahm Brandon seine Waffe aus dem Holster und legte an. Auf leisen Sohlen bewegt er sich in den Gangabschnitt mit den beiden Wachen. Die ersten Schritte waren lautlos doch dann passierte es, Sand raschelte unter den weichen Sohlen. Jetzt oder nie, dachte Snow und drückte ab. Eine der Wachen ging zu Boden, der zweite Schuss jedoch verfehlte und eine gellende Sirene ertönte, alles herum wurde hell und die eben noch zu Bogen gegangen Wache erhob sich wieder und putzte sich den Staub von der Uniform.
„Gute Arbeit!“ kam es aus einem Lautsprecher „für den ersten Anlauf bist du weit gekommen Brandon. Die Stimme gehörte Darios und klang wirklich anerkennend. Auch ohne ihm gegenüber zu stehen wusste Snow, dass er jedes Geräusch hören konnte und antwortet.
„Ich bin beeindruckt! Eine hervorragende Trainingsmethode für ihre Polizeikräfte! Ich würde mich freuen in der Koalition ähnlich gut ausgebildete Einsatzkräfte zu wissen. Das Verbrechen und die Korruption würde schlagartig abnehmen!“
2503a New Avalon „… alle unter dem Himmel!“
Verfasst: Mi 24. Okt 2012, 14:05
von Conner
Mai. 2503
Augusta
Soaked Vally - Octavius
Knapp 11 Monate waren verstrichen seit den ersten Kampfhandlungen auf Augusta. Nach dem anfänglichen Überraschungsangriff der Rebellentruppen am Vorplatz des Regierungsgebäudes in der Hauptstadt war es zu mehreren Scharmützeln gekommen. Die Truppen des rebellischen Kriegsherren waren erst in einer offenen Feldschlacht gegen General Lafebres Truppen angetreten, mussten aber schnell feststellen das ihnen dies nicht gut bekam. Nach dem ersten erquickenden Kampf zogen sich die Gegner zum Leidwesen des Generals zurück.
Stadt für Stadt, Siedlung für Siedlung mussten über Monate hinweg angefahren und teilweise befreit werden. Stetige Angriffe aus dem Hinterhalt kosteten bald Ermüdung unter Mann und Maschinen und laugten die Truppen aus. Erst in den letzten beiden Monaten war es zu keinen Überfällen mehr gekommen. Die Berater, welche von New Avalon als Diplomaten geschickt wurden, wirkten auf ihre Weise kleine Wunder.
Die im Rückzugsgefecht des ersten Tages zerstörte Main Street und ihre angrenzenden Gebäude wurden binnen weniger Wochen mit Mitteln von New Avalon wiederhergestellt. Die nicht zur Sicherung benötigten Militärkräfte waren dabei maßgeblich beteiligt gewesen. Panzercrews bemannten schweres Baugerät und alle übrigen halfen wo sie konnten. Kamerateams nahmen Bilder des ganzen auf und strahlten sie bald Planetenweit aus. Das Projekt gelang besser als gedacht. Neue Geschäfte eröffneten und belebten die Straße. Die Leute in der Stadt und am Land begannen schon bald gutes über ihre neuen Verbündeten von New Avalon zu sagen. Neue Jobs wurden durch geförderte Industrieprojekte geschaffen … kurz um der Aufschwung war deutlich spür bar.
Dies alles ging Paul Lafebre durch den Kopf als er die Riehen seiner Männer abschritt. Einige gute Männer fehlten zweifellos und einige neue waren kürzlich mit einem Händlerschiff angekommen. Er las den Willen für neue Abenteuer auf ihren Gesichtern, und ihm ging es nicht anders!
„Die Zeit ist gekommen!“ dröhnte er über den Platz mit seiner tiefen Kommandostimme „Wir brechen erneut auf!“ er betone seine Worte deutlich und versuchte den Kampfgeist in den Kriegern vor ihm zu wecken „Ein weiteres System wartet auf seine Eingliederung! Mit etwas Glück wird es eine simple Kaffeefahrt! Aber wenn nicht möchte ich mit niemandem lieber Seite an Seite stehen und für New Avalon streiten! Auuuf sitzzzzen!“ damit schlug er die Hacken zusammen und Salutierte.
Mai. 2503
Lee
Planetare Hauptstadt
„Senator Snow, wir bedanken uns für ihren ausführlichen Bericht. Ihre Aussagen werden von unseren … ähm freien Quellen … ähm bestätigt! Es Scheint als würde unser junger Nachbar sein Wort einhalten, und seinen Versprechen nachkommen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir eine eigenständige Nation sind! Mit durch das Volk gewählten Vertretern. Auch wenn sich in unserer Nähe immer stärker werdende Strömungen bilden, wir müssen abwiegen was das kleinere Übel darstellt!“
Ob das Volk wirklich so viel Einfluss auf die Wahl gehabt hatte bezweifelte Snow. Die Geschenke von New Avalon aber hatte sich der Senat gefallen lassen und nur zu gerne angenommen … sie würde noch erkennen wie wertvoll ein enges Bündnis sein würde … auf alle Fälle besser also von „speziell geschulten Eigliederungstruppen“ entrechtet zu werden und seines Lebenswerks beraubt. Die Äußerung der Freien Meinung war eines der versicherten Grundrechte in den mit New Avalon alliierten Welten. Snow wusste es war Zeit sich gegen den smaragdgrünen Schatten aufzulehnen der über seiner Heimat hang … und er war nur einer unter vielen!
2505 New Avalon „… alle unter dem Himmel!“
Verfasst: Mo 12. Nov 2012, 13:52
von Conner
1. Feb. 2504
Gallitzin (Koalition)
Raumhafen - Zollgebäude
„22k das Kilogramm! Keinen C weniger! Wenn Sie nicht wollen … ich finde immer Käufer!“ knurrte der übergewichtige Mann und deutete an sich zum Gehen abzuwenden.
„Nein! So warten Sie doch … die Qualität stimmt?“
„Natürlich! Sie müssen es mindestens 1 zu 5 strecken oder ihre Kunden kommen nicht mehr wieder.“ Ein über den Hals gezogener Zeigefinger war nicht falsch zu verstehen. „1 zu 8 und Sie erzielen den gewünschten Erfolg!“ Ein Grinsen entblößte eine Reihe Goldener Zähne.
„Können Sie mehr liefern? Sagen wir 100kg?“
Das Grinsen verflog und wurde von einem polternden Lachen abgelöst. Der ganze Bauch des Dealers begann zu schwabbeln „100kg? 1000kg? Was immer Sie bezahlen können, meine Partner haben erst kürzlich, auf einem sehr nahen System eine Verteilerstelle eingerichtet … und“ Er rieb den Daumen gegen den Zeigefinger „ … das sichert uns die Kontrollfreie Einfuhr!“
Diesmal zeigte der unbekannte Käufer die Zähne und Lächelte beängstigend. Sein grauer Maßanzug und der Hut ließen ihn vielleicht ein Stück weit vertrauenswürdig erscheinen … die kalten schwarzen Augen standen jedoch im krassem Kontrast dazu. Er zog eine antike Taschenuhr aus der Innentasche, blickte für einen Moment darauf und meinte schließlich in eisigem Ton:
„Liefern Sie bis zum 15. 100kg … wenn das Produkt am Markt Absatz findet, werden Sie mir schon bald beweisen müssen, ob Ihre Partner wirklich so potent sind wie Sie behaupten.“
Mit diesen Worten stellte er einen Koffer auf den Klapptisch zwischen ihnen. Tastentöne erklangen als der Käufer das Schloss öffnete. Der Aktenkoffer klappte auf, doch der Inhalt blieb für den fetten Dealer uneinsichtig. Als der Mann im Anzug etwas hervor zog zuckte der Dealer sichtlich zusammen. Erst als er ein Geldbündel erkannte entspannte er sich wieder sichtlich.
„Das ist eine kleine Anzahlung … den Rest erhalten Sie bei Erhalt der Ware! Sollten Sie nicht zu meiner Zufriedenheit liefern …“ der Mann fuhr sich mit dem Zeigefinger über die Kehle, wandte sich um und verschwand im Schatten der dunklen Lagerhalle.
Der Dealer musterte das Bündel schob es in seine Tasche und nickte bleich …
# 3 Monate später #
Lee (Koalition)
Hauptstadt - Regierungsviertel
Die Regionalnachrichten liefen auf dem Screen an der Rückwand der modernen Bar. Alles war kalt und nüchtern eingerichtet. Die Farben waren absichtlich sehr blass gewählt worden und bis auf ein paar wenige Angestellte, welche scheinbar ihren Feierabend nach einem langen Tag ausklingen ließen, war nur die gut gebaute Barfrau und Brandon Snow anwesend.
Brandon hatte schon den mehreren Abend versucht ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, hatte ihr Komplimente gemacht, sein gewinnendes Lächeln gezielt eingesetzt und sie in die eine oder andere Konversation verwickelt.
„Penny, wussten Sie wie viel die Hände über eine Person aussagen?“ raunte er ihr über die Bar zu. Sie lehnte sich nach vorne um ihn besser verstehen zu können und blickte ihm in die Augen. „Was sagen den meine Hände über mich?“ wollte Sie in einem leicht naiven Tonfall wissen.
Snow nahm eine ihrer Hände in die seinen und drehte sie mehrmals von vorne nach hinten und wieder zurück. Die Hände waren kalt, aber sie fühlten sich weich und gepflegt an.
Der Sprecher im Hintergrund hatte gerade einen Bericht über den späten Frühlingsbeginn abgeschlossen und leitet etwas unbeholfen auf das nächste Thema über: „Während also die Einen in natürlichen Frühlingsgefühlen schwelgen, liegt uns eine neue Statistik der Straftaten des letzten Quartals vor.“ Ein Fenster öffnete sich neben dem Kopf des Sprechers und zeigte eine enorm steil ansteigende Kurve. „Wie Sie sicherlich unschwer erkennen können sind die Straftaten im Zusammenhang mit Drogendelikten um 400% angestiegen. Der offizielle Sprecher des Parlaments äußerte sich dazu nur knapp.“ Das Bild verschwand für einen Augenblick und blendete schließlich einen Mann mit grauen Schläfen und ernster Miene ein. „Besonders die neue Droge mit dem klingenden Namen „viridi sol“ hat in den letzten Wochen den Markt regelrecht überschwemmt. Die enthemmende Wirkung und hohe Gefahr davon süchtig zu werden ziehen eine Spur des Verbrechens hinter sich her, und dies nicht nur hier auf Lee sondern in allen Koalition Welten! Die Behörden tun ihr Möglichstes um die Urheber dieser Landplage dingfest zu machen!“ erneute wurde der Schirm schwarz und zeigte bald darauf den Sprecher wieder. „Es wird um dienliche Hinweise aus der Bevölkerung ersucht …“
Brandon lies die Hand der Barfrau sinken, tätschelte sie sanft und meinte geringfügig abwesend „… dass schöne Frau, erzähle ich dir bei meinem nächsten Besuch!“ dabei hatte er ein paar Geldscheine auf den Tresen gelegt, genug um seine Getränke zu zahlen und ein saftiges Trinkgeld, zwinkerte ihr zum Abschied zu und verließ eiligst das Lokal.
2506 New Avalon „… alle unter dem Himmel!“
Verfasst: Mo 19. Nov 2012, 20:25
von Conner
1. Nov. 2505
Orbisonia (Koalition)
Handelsviertel - Bürogebäude
Brandon Snow war sehr fleißig gewesen in den letzten 15. Monaten. Er hatte die 5 Welten der Koalition mehrfach besucht. Sein Job als Parlamentsmitglied und seine Berufung in mehrere Ausschüsse hatten ihm immer wieder einen passenden Vorwand gegeben um die entsprechenden Reisen zu tätigen. Sein wirklicher Zweck aber sollte sich erst heute Abend offenbaren.
Es war früher Morgen auf Orbisonia und die Sonne begann gerade den wolkenlosen Horizont matt zu erleuchten. Das Büro Gebäude in welches sich der Politiker gerade mit einer Chipkarte Eintritt verschafft hatte war bereits ein älteres Baujahr, aber wurde doch gut in Schuss gehalten. Die Eingangshalle war mit einem einzelnen Wachmann besetzt. Dieser blickte nicht einmal von seiner Morgenzeitung auf als Brandon in passierte und mit dem 3 Aufzug bis zum 11. Stock fuhr. Dort schlenderte gemächlich bis zur Tür mit der Nummer 1113. Erneut zückte er die Chipkarte und führte sie in ein Lesegerät ein. Ein klacken entriegelte sie und Snow trat ein. Er schloss die Tür wieder hinter sich, hänge seinen Mantel an einen Hacken an die Wand und bedachte die anwesenden Personen mit einem nicken. Er konzentrierte sich für meinen Moment und trat dann an den Tisch um den sich die Personen in dem Fensterlosen Raum versammelt hatten.
„Sie sind spät!“ ermahnte ihn sein Gegenüber. Winkte ihn zu sich und stellte ihn mit wenigen Worten den anderen Personen im Raum vor. Es war ein bunter Mix, weder Alter, Größe, Geschlecht, noch Abstammung schienen eine Rolle zu spielen … hier zählten einzig Fähigkeiten … schoss es ihm durch den Kopf.
„Beginnen wir mit den Offen Punkten auf der Tagesordnung, ihre Gesammelten Informationen Brandon werden den Ausschlag geben wie in den kommenden Wochen und Monaten verfahren. Der Erste Punkt auf unserer Liste ist der „entführte Botschafter““
„Nun das Ganze ist ein herrliches aber umso traurigeres Missverständnis!“ eröffnete Snow den Anwesenden. „Es hat mich geraume Zeit und einige Nachrichten an die 4 Fürsten der Vereinigten Sonnen gekostet bis ich erkannt habe was genau geschehen war. Der vermeintliche Botschafter ist kein offizieller Vertreter der Vereinten Sonnen er ist Industrievertreter! Eine nicht unbedeutende Waffenfabrik plant eine Erweiterung seiner Anlagen und kam in die Koalition auf der Suche nach Kundschaft und günstigen Rohstoffen … ich habe die Firmenleitung bereits über die Situation informiert. Sie sind zu tiefst betroffen über die Verwechslung und schwören Stein und Bein keine solche Verwechslung gewollt zu haben. Ich habe allerdings in den Flugunterlage des Landungsschiffes mit dem der „Handelsagent“ gekommen war die handschriftlichen Boardinglisten auftreiben können. Dashi Motoja, der Vermisste, ist leider einem Sprachenproblem aufgesessen. Im Chinesischen bedeutet Dàshi – Boschafter, kombiniert mit dem großspurigen Auftreten das dem Mann nachgesagt wird, wohl sein Verhängnis. Was den Aufenthaltsort angeht habe ich von mehreren Quellen 3 verschiedene Örtlichkeiten erfragt …“
„So traurig das klingt, eine Erleichterung!“ Sagte der erste Mann in Uniform „Was hat es mit der erhöhten militärischen Präsenz auf sich so wie den jüngsten Aufständen?“
„Hier muß ich etwas weiter ausholen!“ Brandon räusperte sich und fuhr fort „Vor 15 Monaten hat auf Lee eine Welle von Verbrechen die lokalen Ordnungskräfte total überrumpelt. Die Zustände sind tatsächlich wie berichtet schlecht. Läden wurden geplündert, mehr und mehr Gewaltverbrechen waren an der Tagesordnung. Der Zustand breitet sich zuerst planetar aus, und infizierte schlussendlich auch die angrenzenden Koalitonswelten. Die Regierung setzte daraufhin eine Ausgangssperre in Kraft, um die Zivilbevölkerung vor Schaden zu bewahren. Die Maßnahme griff anfangs, und für mehrere Wochen gingen die Verbrechen wieder zurück. Die Medien verkauften den Umstand das 8 von 10 Verbrechen an chinesisch stämmigen Bürgern verübt wurden als rassistische Akte und Provokationen. Die Wahrheit aber ist das durch die hohe Anzahl an asiatisch stämmigen Familien automatisch auch mehr Opfer auf diese Bevölkerungsgruppe entfielen. Ich bin auf allen 5 Welten durch duzende von Polizeiberichten gegangen und habe Stunden damit zu gebracht Leute zu befragen und Berichte zu wälzen, aber in 98% der aufgeklärten Delikte handelte es sich um Raubüberfälle. Sie werden nun sicher Fragen wieso … darauf gibt es nur eine Antwort! Drogen!“
Snow zog eine kleine Plastiktüte aus einer Innentasche seines Anzuges. Der Inhalt war kaum einen Fingernagelgroß. Angewidert warf er ihn auf den Tisch, so dass ihn alle sehen konnten. Es war eine Art grünes Pulver. Im Neonlicht wirkte es sogar so als würde es leicht schimmern.
„Viridi sol“ warf er in den Raum „das ist der Name des neuen Wundermittels. Kein medizinscher Hintergrund, ein echtes Designerstück. Seine chemische Zusammensetzung setzt direkt auf das Lactase-Gen. Auf jemanden mit diesem Gen, meist europäischer Abstammung wirkt die Droge bereits beim erst Konsum viel stärker. Jene die dieses Gen missen spüren deutlich weniger von der Wirkung, laufen aber aufgrund des „Mangels“ viel eher Gefahr süchtig zu werden. Es hat mich sehr viele Gefallen und einen bedeutenden Anteil meines Vermögens gekostet mich über die Szene zu Informieren. Die Ergebnisse waren erschreckend, aber umfassend ich hoffe mit ihrer Hilfe die Schuldigen zu entlarven, auch wenn sie sich ganz oben in meiner Regierung befinden! Ich wünsche mir das wir die gleichen Grundrechte und Freiheiten für alle Menschen egal welcher Abstammung Hautfarbe, Geschlecht oder Alter durchsetzen, wie es Darios Wunsch ist. Alle unter dem Himmel …“
2506a New Avalon „… alle unter dem Himmel!“
Verfasst: Mi 21. Nov 2012, 15:58
von Conner
1. Feb. 2506
El Dorado
Felder von Rowara
Ein garstiger Wind fegte über die Heidekrautebene. Er machte die ohne hin schon kalten Temperaturen beinahe unerträglich. Ein einzelner ausgebrannter mittelschwerer Panzer war der einzige Windschutz weit und breit. Erst 80km im Norden erhoben sich die ersten Hügel des Vorgebirges. Im Süden war die größte Siedlung des Kontinents San Diego. Ihre flachen Häuser schienen sich regelrecht zu ducken unter dem ständigen Wind welcher vom großen Süßwassersee heran kam. Einige der Häuser waren ausgebrannte Ruinen deren Wiederaufbau bereits begonnen hatte.
Zwei Gruppen von uniformierten hatten sich im Windschutz des Panzers aufgestellt. Sie trugen die offiziellen Uniformen der Infanterie. Einige trugen noch Verbände um Arm oder Kopf, alle aber trugen sie eine schwarze Binde um ihren rechten Oberarm. Ihre Gesichter waren gezeichnet von den vergangenen Monaten und ihr Blick war militärisch starr geradeaus gerichtet.
Darios Davion hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Er trug wie die Leute vor ihm eine einfache Uniform, welche von keinerlei Rangabzeichen noch Orden besetzt war. Er wusste genau das es in Situationen wie diesen, das beste war Auge in Auge mit den Männern zu sprechen. Nicht als Lord von New Avalon, dazu würde er später kommen. Die ersten Worte aber kamen ihm als Bewunderer über die Lippen.
„Selten zuvor haben Patrioten wie ihr, eurem Reich einen so großen Dienst getan. Euer Heldentaten und euer Mut sollen allen Beispiel sein. Euer Sieg, unsere Widersacher an ihrem Tun zweifeln lassen! Ich bewundere und salutiere vor Euch!“ bei diesen Worten schlugen die Hacken zusammen und die Hand sauste wie von einer Feder getrieben zur militärischen ehrerweisen.
„Achhhh - tung!“ hallte der Ruf und die 19 Man salutieren ebenso wie ein Mann. Nun war es wieder Lord Davion der eine Rolle Papier aus der Truhe nahm, welche ihm der neu eingesetzte Gouverneur bereitwillig hielt.
„In Anerkennung der geleisteten Taten, bei der Befreiung des Systems El Dorado und seiner Zivilbevölkerung, von der aufgezwungenen Herrschaft des regionalen Warlords El Charon sind wir heute hier zusammen gekommen um die überlebenden der Kämpfe für ihre beispiellosen Taten zu ehren und derer zu gedenken die das Wohl der Gemeinschaft und ihrer Kameraden über ihr eigenes Leben gestellt haben. Im Vergangen Jahr waren nach ersten, positiven Gesprächen die marodierenden Truppen des Warlords, über das 5. Infanterie Regiment hergefallen. Nach anfänglichen Scharmützeln führten die Gegner schlussendlich Panzer gegen ins Feld. Doch die Männer der 5. Infanterie gaben sich dem weit überlegenen Gegner nicht geschlagen. Sie Kämpften Mann für Mann, Meter um Meter. Heute stehen jene vor mir die diese Hölle durchschritten haben und leben.“
Darios nahm eine Schatulle aus der Truhe und öffnete sie. Eine silberne Medaille wurde sichtbar. Sie wurde von einem Sonnensymbol geziert.
„Ich darf ihnen hierfür den silbernen Verdienstorden New Avalons überreichen Major Manuel Robert Rodrigez …“ Der gerufene trat vor und schüttelte dem Lord die Hand. Darios Salutiere erneut und überreichte den Orden. „Major Kelvin T Ranger!“
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Die Kamera begann sich immer weiter von der Zeremonie wegzubewegen und bald war nur mehr der ausgebrannte Panzer zu erkennen.
„Mit diesen bewegenden Bildern beenden wir die Berichterstattung von den Feierlichkeiten anlässlich der Ehrung des 5. Infanterieregiments auf El Dorado durch Lord Darios Davion. Einen angenehmen Abend wünscht ihnen, Avalon New´s – näher am Geschehen!“