Di 31. Jul 2012, 15:04
Der ins rollen geratene Stein
12.Nov 2499
Terra
Ihr Haupt leicht nach vorne geneigt, so sah man Sie, brütend über den Unterlagen auf seinem Tisch. Das einzige wahrnehmbare Geräusch, ist das leichte Surren des Klimagerätes. Im gleichen Masse in dem es kühle Luft aus sich entlässt, im gleichen Masse kann einem dieses Geräusch irritieren, außer man ist es gewöhnt und ignoriert es einfach.
Nun gesellt sich noch ein Seufzer, zur kargen Geräuschkulisse.
„Mam, darf ich Sie an Ihren Termin erinnern?“, klang es aus dem Lautsprecher.
In Elen hat sie nicht nur eine fleißige Angestellte, sondern eine der wenige vertrauensvolle Mitarbeiterin, aus ihrem persönlichen Stab.
Erst jetzt sah sie auf und Ihr wurde bewusst, wie viel Zeit vergangen sein musste, beim Studium der aktuellen Zahlen und Fakten. Die Produktion lief gut, es gab nicht mehr als die üblichen Störungen, Ausfällen, wenn Laufbänder kurzfristig den Dienst quittierten, da sich Verschleißteile, verschlissen.
Das neue Programm zur Stärkung der Wirtschaft, lief geradezu grandios. Die Zahlen bestätigten Sie, die Arbeitslosenzahlen gingen zurück und es herrschte Ruhe im Verwaltungsbereich.
Nachdem sie sich aufgerichtet hatte, konnte er noch einen Blick erhaschen auf die Aussicht, welche sich ihr bot. Die Flut aus vielen kleinen Bewegungen, aufgestiegen zu einem scheinbaren Chaos, dennoch die absolute Ordnung, dass Verkehrsgetümmel unterhalb, auf den Strassen dieser Stadt.
Mit einer flinken Handbewegung griff sie sich ihre Unterlagen und bewegte sich mit gleichmäßigen großen Schritten aus ihrem Büro, entlang des breiten Korridors zum Besprechungsraum. Hier waren bereits alle relevanten Funktionsträger anwesend. Mit einem kurzen Nicken begrüßte sie ihre Untergebenen und setzte sich auf den größten Stuhl an der Stirnseite des Tisches.
„Wie Sie allesamt wissen, gehen wir trotz unserer erfolgreichen Bemühungen, unsicheren Zeiten entgegen!“, obwohl ihre Worte schwer klangen, viel es Ihr leicht überzeugend ruhig zu bleiben.
Dann drehte sie ihren Kopf zu ihrer linken Schulter, sah den Mann vor sich kurz, aber streng an, als sie fortfuhr, „Wie weit sind unsere Projekte in der Forschungsabteilung fortgeschritten?“.
Miller, ist der Leitende Direktor in der Abteilung, für die Weiterentwicklung der Battlemechs und er hatte es im Moment besonderst schwer. Mittlerweile vor Jahrzehnten, gelang es dem Lyranischen Commonwealth in einer Kommandoaktion, die Pläne der ersten Mechs zu stehlen und unter den Planeten dieses Wissen zu verteilen. Letztendlich führte es dazu, dass die Terranische Hegonomie Ihre absolute militärische Vormachtstellung verlor. Um diese Vormachtstellung nicht ganz zu verlieren, war es notwendig geworden, ständig neue Mechs, Typen und Systeme zu entwickeln.
Miller schluckte kurz und berichtete, „Wir haben die neue Serie bereits begonnen in die Fertigung zu implementieren. Der neue Typ ist erheblich Leistungsstärker. Wir haben es geschafft die Wärmeableitung zu erhöhen, die Struktur ist stärker und damit Tragfähiger als alle Vorgänger. Schlussendlich erhöht es auch die Fähigkeit, Waffensysteme zu transportieren.“
Alle in der Runde schüttelten leicht Ihr Köpfe, so konnte man davon ausgehen, der Bericht erntet allgemeine Zustimmung.
„Danke für Ihre Ausführung! Nichts anderes war es, was wir hier und jetzt hören wollten.“, fuhr die Frau, an der Stirnseite des Tisches, weiter aus.
Sie sprach weiter, „Dennoch wir dürfen das Potential der Gefährdung in keinem Fall unterschätzen. Die Häuser werden immer unruhiger und es sind nachweislich Informationen in unseren Händen, dass sich Ihr Bestreben zu expandieren, deutlich erhöht hat. Ich gehe in meiner persönlichen Einschätzung davon aus, in nächster Zeit werden sich viele Systeme auch unter Androhung militärischer Mittel verändern. Kurz um, ich rechne es wird Kriege geben. Der Hunger der Bestien ist nicht mehr zu stillen.“, fügte sie noch langatmig hinzu.
Ein leises Raunen ging durch den Raum. Von kriegerischen Auseinandersetzungen möchte niemand sprechen, denn das könnte die guten Geschäfte gefährden.
Alle sahen zu der Frau am schmalen Ende es Tisches, diese erhob sich von ihrem Stuhl und lehnte sich dabei mit ausgestreckten Armen auf ihre geballten Fäuste auf der Tischkante vor sich.
Kurz neigte sie ihren Blick noch einmal zu Boden, dann hob sie ihren Kopf wieder und mit gefasster, klarer Stimme formulierte sie, „Hiermit ordne ich an, alle Einheiten in Bereitschaft zu versetzen! Wir werden vorbereitet sein und auf alle Eventualitäten reagieren! Aber lassen sie uns dabei vorsichtig sein und im Verborgenen vorgehen. Wir wollen weder die Bevölkerung beunruhigen, noch irgendjemanden einen Anlass dafür geben, einen schweren Fehler zu begehen, in dem er die Terranische Hegonomie unterschätzt!“
Die Runde begann zu applaudieren, währenddessen fragte sie sich lautlos selbst, „Wo wird diese Reise für uns enden?“
Danach verließ die 11te Generaldirektorin der Terranischen Hegonomie, Deborah Cameron, den Besprechungsraum und ging zurück in ihr Büro, dort sollten bereits neuere Informationen auf sie warten.
Der Stein war bereits ins rollen geraten.